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Interview mit dem scheidenden und dem neuen Trainer unserer ersten Mannschaft

Wie seid ihr mit Eurer Familie durch die Corona Zeit gekommen?

Matze: Danke der Nachfrage, ich kann nicht klagen. Wir
waren und sind alle gesund.

Andreas: Familie heißt bei mir: meine Frau und meine
zwei Kinder (er 15 / sie 12). Mit ihnen klappt das Zusammenleben immer sehr gut
und das ändert auch kein Virus, auch wenn die Zeit noch nicht vorbei ist.

Wie habt ihr euch die Zeit vertrieben während der Kontaktsperre?

Matze: Zwangsläufig haben wir uns natürlich  innerfamiliär beschäftigt. Es ist derzeit schön, nicht mehr von Termin zu Termin getrieben zu werden sondern einfach mal in den Tag rein zu leben und sich intensiver mit den Kindern zu beschäftigen. Die Krise hat also auch was Gutes.

Andreas: Unter der Woche mit Arbeiten im Homeoffice
bzw. Homeschooling. Nach Feierabend und am Wochenende haben wir die gemeinsame
Freizeit dann zu viert verbracht. Wir sind dabei länger als sonst mit unserem
Hund spazieren gewesen, hatten Spaß an Gesellschaftsspielen und haben gemeinsam
Filme und Serien angeschaut. Auch der heimische Garten bekam dieses Frühjahr
mehr Aufmerksamkeit.

Waren für euch die Maßnahmen der Bundes und Landesregierungen gerechtfertigt?

Matze: Nun, offensichtlich ist es ja so, dass im Gegensatz zu anderen Ländern und Regionen die Krankheit bei uns nicht so grassiert hat.  Daher würde ich sagen, dass die Maßnahmen funktioniert haben und für mich auch nachvollziehbar waren. Ich wollte allerdings auch nicht in der Haut der Politiker stecken die solche Entscheidungen zu treffen haben, denn letztlich geht es um „Leben und Tod“ und  um wirtschaftliche Existenzen.

Andreas: Da
habe ich kein abschließendes Bild zu, weil wir hier ja keine Alternativen
ausprobieren können. Nur unterschiedliche Länderregelungen finde ich schwierig.

Wie hat sich in den letzten 12 Wochen dein Gewicht verändert?

Matze: (lacht) Eine sehr private Frage, bei mir ist es
natürlich in dem Alter auch nicht anders wie bei anderen, ohne Sport steigt es
zwangsläufig. Ich habe aber seit letzter Woche die Notbremse gezogen und
arbeite an einer Reduzierung.

Andreas: Hat sich nicht
verändert, ist auch in den letzten 12 Wochen unverändert hoch geblieben. Ich
bin aktuell einfach zu klein für mein Gewicht (lacht erst jetzt).

Beschreibe die fussballlose Zeit aus deiner Sicht.

Matze: Ich muss sagen, es ist eine gute Erfahrung mal aus dem Hamsterrad zu kommen. Man sieht erst dann, dass es auch noch andere Dinge gibt und hat wieder mehr Zeit für sich und die Familie. Auf der anderen Seite weiß man auch wieder ganz anders zu schätzen was man am Fußball und den sozialen Kontakten hat, wenn sie von heute auf morgen einem genommen werden.

Andreas: Wir
sind schon die 12. Woche ohne Fußball und damit länger als jede
Sommer-/Winterpause seit ich mich 1983 in einem Fußballverein angemeldet habe.
Es fehlt mir ein gewaltiger und ausgleichender Teil meiner normalen Wochen.
  

Kannst du die Wiederaufnahme des Spielbetriebs der 1. und 2. BL nachvollziehen?

Matze: Wenn man es nüchtern betrachtet – Nein. Aber
ich denke man kann die Entscheidung mit dem „Brot und Spiele“ Zitat
von Juvenal beschreiben, die dem Volk in der momentan einschneidenden Zeit

ein wenig Unterhaltung verschafft.

Andreas: Aus
Gründen der Ausübung seines Berufs – ja. Fußballprofi im Homeoffice stelle ich
mir nicht prickelnd vor. Ob es dieses Jahr Auf-, Absteiger und einen Meister
gibt, interessiert mich in der Corona-wettbewerbsverzerrten Saison nicht.

Schaust du dir diese stimmungslosen Spiele an?

Matze: Natürlich, es geht ja um das Spiel an sich und
nicht um die Zuschauer.

Andreas: Ich
habe mich sehr über Fußball im TV gefreut und vor 10 Tagen das Revierderby
Dortmund vs. Schalke angeschaut. Leider konnten die tollen Tore die trostlose
Stadionstimmung nicht kompensieren und bei mir kam auch keine auf.

Der außerordentliche Verbandstag des WfV wird in den kommenden Wochen eine Entscheidung treffen wie es im Amateurfußball weitergeht. Empfehlung des WfV war die Meisterschaftsrunden zum 30.06.2020 zu beenden, Ein Aufsteiger keine Absteiger. Wie ist deine Meinung dazu?

Matze: Es ist gut, dass die Saison beendet wird,
Vereine wie auch Spieler brauchen Klarheit. Das es hier keine befriedigende
Lösung für alle Vereine geben kann, ist klar. Aber diese Hängepartie über
Monate konnte so nicht weitergehen, deshalb finde ich es gut wenn jetzt am
Verbandstag Fakten geschaffen werden.

Andreas: Ich möchte nicht ein Entscheider beim WfV sein. Man
wird es nicht allen Vereinen Recht machen können. Bei dem geplanten
Saisonabbruch bin ich froh, dass mein aktueller Verein, der GSV Erdmannhausen
und Germania Bietigheim hiervon nicht unmittelbar betroffen sind. Mich stört in
der Diskussion die Doppelmoral von Vereinsvertretern, die ihre Meinung als die
richtige ansehen, jedoch den WfV-Vorschlag nicht akzeptieren. Egal wie es
ausgeht, ich würde alles unter dem Punkt, so schnell als möglich wieder eine
„normale Runde“ beginnen zu können, unterordnen; zur Not auch die im Raum
stehende Amateurliga mit 20 Teams und 38 Ligaspielen mit 2x 5 Wochen
Vorbereitung in 52 Kalenderwochen.

Matze, nehmen wir nun an das die Saison zum 30.06.2020 endet. Für dich natürlich ein sehr bitteres Ende deiner Trainerlaufbahn im Ellental. Ändert dies bei dir die Gefühlslage?

Matze: Natürlich wäre es am schönsten gewesen, man hätte die Saison sportlich abschließen und mit einer Feier beenden können. Unabhängig von meiner Person ist mir am wichtigsten, dass der Verein auch nach meinem Abgang in der Landesliga bleibt und ich eine gesunde Truppe übergeben kann. Von demher bin ich absolut zufrieden. 

Andreas, nehmen wir nun an das die Saison zum 30.06.2020 endet. Für dich natürlich ein sehr bitteres Ende deiner Trainerlaufbahn in Erdmannhausen. Ist trotzdem etwas geplant zum Abschied?

Andreas: Ein
Saisonabbruch, den ich in 37 Jahren nicht erlebt habe, hat klar einen bitteren
Beigeschmack. Gerade auch, wenn man sich auf Abschiedstour befindet. Und
natürlich werde ich mich angemessen bei meinen Jungs und den Offiziellen verabschieden.

Matze, man munkelt du möchtest dich ab der kommenden Saison in der zweiten Mannschaft etwas fit halten. Könnten wir dich sogar auf dem Platz bei spielen um Punkte willkommen heißen?

Matze: Das wird nicht gemunkelt, dass wird so sein
(lacht). Ich freue mich schon auf die 2 Stunden Trainingseinheiten von Coach
Torres und Fitness-Trainer Waqas Malik, sie werden mich sicher schleifen. 

Dass spielen überlasse ich aber gerne unserem
Nachwuchs, die sich nach vielen vergeblichen Anläufen nun endlich in der
Kreisliga A messen dürfen.

Andreas, konntest du dich in der Zeit auf deinen neuen Job unterm Viadukt vorbereiten?

Ja, z.B. in Form von
Spielergesprächen.

Hattest du einen Austausch mit dem Sportlichen Leiter Claudio?

Natürlich. Er ist mein erster
Ansprechpartner und aktuell das Bindeglied zwischen den Germania-Spielern und
mir.

Zum Schluss sage uns doch bitte was du denkst wie es nun weitergeht?

Was ich denke wäre eine These. Ich wünsche mir lieber etwas: Eine normale Saison 2020/2021 mit einer spielnahen Vorbereitung (mit Kontakt, d.h. Zweikämpfe und Testspiele) und einem ersten Punktspiel Anfang September in einer amateurfreundlichen Ligastärke.

Vielen Dank Euch beiden und wir hoffen auf ein baldiges wiedersehen im Ellental. Das in der fussballosen Zeit durchaus etwas geschehen ist werden wir in den nächsten Tagen präsentieren.